Im Dörpshus ist jeden Tag etwas los (15.02.2017)

In Groß Niendorf wurde das gemeindeeigene Gebäude vor einigen Jahren vorausschauend erweitert

Groß Niendorf (awi) - In fast jedem Dorf gibt es einen sozialen und kulturellen Mittelpunkt: das Dorfhaus. Ob Sportkurse, Senioren-Treffs, Krabbelgruppen, Weihnachtsfeiern oder kommunalpolitische Sitzungen - all das hat Platz im Dorfgemeinschaftshaus. Manchmal beherbergt es auch die örtliche Feuerwehr, die ebenfalls nicht aus dem kulturellen Leben eines Dorfes wegzudenken ist. Die SZ stellt in loser Reihenfolge die Dorfhäuser im Kreis Segeberg vor. Heute: das Dorfhaus in Groß Niendorf.

"Unser Dörpshus ist jeden Tag von Leben erfüllt", freut sich Bürgermeister Claus Fahrenkrog von der Aktuellen Wählergemeinschaft Groß Niendorf (AWGN) über die rege Nutzung. Und tatsächlich begrüßen jeden Besucher fröhliche Kinderstimmen aus dem "Kindergarten Dörpshus2. Denn Hauptnutzer des historischen Dorfhauses sind die jüngsten Einwohner.

Im Jahr 2011 wuchs im Dorf der Wunsch, mehr Platz für Kultur- und Vereinsarbeit zu schaffen - auch aus Sorge darüber, dass in vielen umliegenden Gemeinden die Dorfgasthöfe schließen müssen und "Rickerts Gasthof" an der Hamburger Straße das selbe Schicksal ereilen könnte.

Nachdem die Gemeinde eigene Vorstellungen zu Papier gebracht hatte, folgte ein Architektenwettbewerb, den das Segeberger Architektenbüro Kölbel gewann. Es realisierte bis 2013 einen Anbau an das alte Dörpshus, wodurch gemeinsam mit dem Feuerwehrhaus ein Zentrum für Jung und Alt entstand, ganz so, wie es sich die Gemeinde gewünscht hatte. Kernstück des neuen Dorfhauses für die 670 Einwohner ist der helle, 100 Quadratmeter große Saal mit guter Akustik auch für große Veranstaltungen. Eine professionelle Musikanlage und ein Beamer sind in den Raum integriert. Tische und Stühle sind klappbar und können auf speziellen Sackkarren leicht transportiert werden. "Schließlich soll doch jeder Nutzer den Raum so ordentlich wieder hinterlassen, wie er ihn vorgefunden hat", betont Bürgermeister Fahrenkrog. Mit Foyer, Küche und Abstellraum wurden insgesamt 168 Quadratmeter Dörpshus für 255.000 Euro geschaffen. Dank EU-Zuschüssen über die Aktivregion "Holsteins Herz" in Höhe von 97.000 Euro blieben der Gemeinde Kosten in Höhe von 158.000 Euro.

Genutzt wird das neue Dörpshus vor allem von den 30 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr und ebenso vielen Jugendfeuerwehrleuten für Ausbildung und Sitzungen. Aber auch der Gemischte Chor, die Kindervogelschießer, Landjugend und -frauen, Jäger, Wassersportler und Zumbatänzer freuen sich über den modernen Saal. Außerdem tagen dort die vier Wählergemeinschaften und Ausschüsse der Gemeindevertretung. Für Privatfeiern ist das Gemeindehaus nicht zugelassen.

Die integrierte Garage der Freiwilligen Feuerwehr bietet dem Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 und dem Löschfahrzeug LF8 Platz. Ein Mannschaftstransportwagen der Jugendfeuerwehr ist in der kleineren Gemeindegarage untergebracht, die auch die Spiele der Kindervogelschießer beherbergt.

Das Foyer stellt in einer Schauvitrine den wohl berühmtesten Sohn der Gemeinde vor. Der Künstler Christian Rohlfs wurde am 22. Dezember 1849 in Groß Niendorf geboren und starb am 8. Januar 1938 im westfälischen Hagen, kurz nachdem seine Kunstwerke von den Nationalsozialisten als "entartet" eingestuft wurden. Als einer der bedeutendsten deutschen expressionistischen Maler wird er in einem Atemzug genannt mit Emst-Ludwig Kirchner, Erich Heckei und Emil Nolde. Rohlfs hat während seines knapp 70-jährigen Schaffens unterschiedliche künstlerische Phasen durchlebt wie Realismus, Impressionismus und Expressionismus bis hin zu einem eigenständigen Spätwerk.

Segeberger ZeitungArtikel und Fotos von Andreas Wicht am 15. Februar 2017, mit freundlicher Genehmigung der Segeberger Zeitung

(aktuell bis 15.02.2017 - der Artikel wurde 1849 x aufgerufen)


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